"Gute Architektur ist Pflicht" - Richtigstellung
Der unter dem Titel "Gute Architektur ist Pflicht", in der Süddeutschen Zeitung vom 22.11.2010, erschienene Artikel gibt leider nicht die in der Bezirksausschusssitzung von der Grünen Fraktion vertretene Meinung wieder. Wir möchten unsere Position hier noch einmal klarstellen. Zuerst der Originalartikel aus der SZ anschließend unsere Stellungsnahme.
Originalartikel:
"Fürstenried - Das große Mehrgenerationenprojekt des Vereins Freie Waldorfschule München Südwest und der Wohnungsbaugenossenschaft Wogeno auf der früheren Fürstenrieder Festwiese an der Drygalski-Allee/Züricher Straße soll nicht allein aufgrund eines Architektenwettbewerbs entworfen werden. Das Planungsreferat will dem Stadtrat in der Planungsausschuss-Sitzung am Mittwoch, 8. Dezember, zwar einen städtebaulichen Wettbewerb vorschlagen - dieser jedoch soll Grundlage werden für ein reguläres Bebauungsplanverfahren.
[...]
Kontrovers diskutierte der Bezirksausschuss die Baudichte. Das Planungsreferat wünscht sich eine 'Orientierung' an der Geschossflächenzahl von 1,2. Die Grünen jedoch wollten diese Dichte als fixe Obergrenze festgeschrieben haben, denn die leidvolle Erfahrung lehre, dass am Ende sonst noch mehr gebaut werde als in den ersten Absichtserklärungen vorgesehen, so Alexander Aichwalder. Die Grünen blieben mit diesem Vorschlag jedoch alleine, der Rest wollte nicht im vornherein mögliche geniale Lösungen blockieren. Das Bebauungsplanverfahren biete ja die Chance, notfalls in den verschiedenen Phasen nochmals mitzureden, erklärte der Vorsitzende Hans Bauer.”
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.271, Dienstag, den 23. November 2010 , Seite 9
Stellungnahme:
Der zitierte Teil findet sich in der Ausgabe München-Süd (Seite R9) und -City (Seite R11), während der Artikel in der Ausgabe München-West (Seite R9 unter dem Titel “Architektur für exponierte Lage”) um die betreffende Stelle gekürzt, leicht umformuliert und insgesamt als unkritisch zu bewerten ist.
Zur Sachlage: Herr Kollatz (SPD) hat als Vorsitzender des Unterausschusses Bau und Planung in der letzten BA-Sitzung am 09.11.2010 einen Vorschlag zur Stellungnahme des BA 19 bezüglich des Beschlussentwurfes des Planungsreferats für einen im Stadtrat am 08., bzw. am 15.12.10 zu behandelnden Aufstellungsbeschluss betreffend der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Auslobung eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs auf dem Gelände des Fördervereins Freie Waldorfschule München Südwest eingebracht.
Der Satz mit dem die Grüne Fraktion NICHT einverstanden war und der sinngemäß von Alex Aichwalder in der Sitzung des UA bemängelt wurde, lautet: “Nach Auffassung des BA soll sich der Wohnungsbau an der 1,2 GFZ aus der BauNV nicht nur orientieren, wir sehen diese Dichte als Obergrenze.” D.h. der UA Planung forderte ENTGEGEN unserem Empfinden eine Fixierung der Dichte auf 1,2, NICHT wir. Daraufhin hat Alex Aichwalder folgerichtig die Streichung DIESES Satzes aus der Stellungnahme des BA beantragt und dies auch ausführlich begründet.
Denn WIR Grüne sind die Fraktion, die eine “mögliche geniale Lösung” NICHT von vornherein blockieren wollen. Genau darauf haben Alex Aichwalder und seine FraktionskollegInnen in diversen Vortreffen mit Betroffenen, Bürgern, der Wogeno, des Schulvereins und politisch Verantwortlichen immer gedrängt. Genau dieser GRÜNE Antrag, der eine Beibehaltung der in der Vorlage der Planungsreferats formulierten ORIENTIERUNG an der Dichte von 1,2 zum Ziel hatte, wurde mit den Stimmen der anderen Fraktionen im BA 19 abgelehnt. D.h. die Mehrheit des BA hat folglich GEGEN unsere Stimmen, eine Fixierung der Dichte befürwortet, NICHT anders herum.
Im genannten Artikel wurde bestenfalls durchgängig die Meinung des BA-Vorsitzenden rezitiert, wurde aber unserer Partei in den Mund gelegt, obwohl wir genau das Gegenteil beantragt haben. Von der Implikation, die ja auf falschen Annahmen beruht, wir würden eine möglichst “geniale Lösungen blockieren" einmal abgesehen.



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