Schafkopfen

Wird völlig zu Recht auch als das bayerische Schachspiel bezeichnet. Ich würde mich als passionierter Amateur-Schafkopfer bezeichnen, der sich auch immer über Gewinne im Cent-Bereich freut und gerne eine gmiatliche Runde mit ein paar Spezln und Beiträgen der bairischen Braukunst spielt. Rennade sind mir hingegen zu hektisch, dort geht zu oft das griabige und gesellige Beisammensein verloren, was dieses Spiel und das Drumherum so auszeichnet.

Politisches Kabarett

Zur Politik gehört auch immer eine augenzwinkernde Reflexion der politischen Vorgänge und Entscheidungen. In den letzten 10 Jahren habe ich verschiedene kleine „Programme“ im Freundes- und Bekanntenkreis vorgetragen. Es macht einfach Spaß eine halbe Stunde lang zu dablecken was grad hergeht. Es hilft auf der anderen Seite auch Entscheidungen zu verarbeiten die eigentlich kaum zu schlucken sind. Durch Selbstironie und satirische Überformung kann man Politik meiner Ansicht nach treffend emotionalisieren und damit ein meist eher trockenes Fach mit Leben füllen. Unereicht bleiben in dieser Sparte Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, Die Biermösl Blosn und Sigi Zimmerschied. Schade, daß leider keine gleichwertige Generation nachwächst, wohl auch weil landesweit zu wenig zur Nachwuchsförderung getan wird und das Augenmerk eher auf weichgespülte Comedy gelegt wird.

Radln

Einer der großen Vorteile als Einwohner des Münchner Südens ist es, in kürzester Zeit mit dem Radl das Um- und Oberland erkunden zu können. Im Frühjahr und Sommer fahre ich auch gern mal Tagestouren über 100km, allerdings auch hier eher gmiatlich als sportlich. Man ist als Radler viel näher an der Natur dran als man als motorisierter Verkehrsteilnehmer jemals sein könnte. Vor allem südlich von München gibt es noch zahlreiche Naturschönheiten und weite unbebaute Flächen. Leider werden diese oft durch unsinnige und unzumutbare Bau- und Straßenprojekte zersiedelt und zerstört. Auch an den Seen macht sich immer mehr eine steigende Privatisierung breit; vom verfassungsgemäßen Recht auf den Zugang eines jeden Bürgers zu den bayerischen Seen ist leider nicht mehr viel übrig geblieben.

Fußball (passiv)

Fußball bietet einfach die emotionale Freiheit, die es in der Politik so nicht gibt : Gut oder Böse, Sieg oder Niederlage, Enttäuschung oder Jubel, himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Als Mitglied des TSV 1860 München und langjähriger Dauerkartenbesitzer bin ich sicherlich leiderprobt aber auch stark emotional an den Verein gebunden. Ob es der beste Verein der Stadt ist, darüber soll und darf auch in Zukunft immer gestritten werden, aber es ist auf jeden Fall der Spannendste und Emotionalste.

Sollte ich in den Stadtrat gewählt werden wird sicherlich eine der emotional schwersten Entscheidungen mein Abstimmungsverhalten zur Zukunft des Grünwalder Stadions sein. Ein Abriß würde mir in der Seele schmerzen, dafür habe ich einfach zu viele Erinnerungen, die bis in die Kindheit zurückreichen. Auf der anderen Seite sprechen nahezu alle städtebaulichen und finanziellen Gründe gegen einen Fortbestand. Lesen Sie hierzu auch meine ausführliche Antwort auf den Fragebogen der Freunde des Sechz'ger Stadions.

Donnerstag, 18. Januar 2018
http://www.gruene-muenchen-stoff.de/kommunalwahlen-2008/alexander-aichwalder/privat/